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Innerer Kritiker: Wie er uns sabotiert und wie wir ihn überwinden

Innerer Kritiker

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Innerer Kritiker: Ein vertrautes Phänomen

Der Innere Kritiker ist eine allzu vertraute Stimme in unseren Köpfen. Er flüstert uns Pessimismus zu, malt die schlimmsten Szenarien aus und schürt Zweifel an unseren Fähigkeiten. Diese innere Negativität kann uns lähmen und unser Selbstwertgefühl ernsthaft beeinträchtigen.

«Der grösste Gegner auf unserem Weg zum Erfolg ist oft unsere eigene negative innere Stimme.»

Dieter Studer

Psychologe

Typische Sätze: Innerer Kritiker in Aktion

Die Stimme des Inneren Kritikers ist vielfältig und kommt in verschiedenen Formen:

  • „Du hast keine Freunde.“
  • „Du bist zu dumm für das.“
  • „Warum überhaupt versuchen? Es wird eh nichts.“
  • „Was ist bloss los mit dir?“
  • „Du bist einfach nicht gut genug.“

 

Es sind Sätze, die sich tief in unser Unterbewusstsein graben und unser Selbstvertrauen untergraben. Doch woher kommt dieser Innere Kritiker, der uns so hart beurteilt?

Entstehung und Auswirkungen des Inneren Kritikers

Der Ursprung des Inneren Kritikers liegt oft in unserer Kindheit. Unsere Eltern waren unsere ersten Lehrer, sie haben uns gezeigt, was richtig und falsch ist, was akzeptabel und inakzeptabel ist. Um Liebe und Anerkennung zu erhalten, haben wir gelernt, uns anzupassen und uns entsprechend zu verhalten. So entstand der Innere Kritiker, der uns vor Fehlverhalten warnt und uns dazu drängt, es allen recht zu machen.


Mit der Zeit wird der Innere Kritiker lauter und kritischer. Er übernimmt nicht nur die Kritik der Eltern, sondern auch die Erwartungen von Freunden, Kollegen und der Gesellschaft. Unser Selbstwertgefühl leidet unter dieser ständigen negativen Bewertung. Wir zweifeln an uns selbst, fühlen uns minderwertig und können uns kaum mehr trauen, etwas zu tun.

Tipps: Innerer Kritiker überwinden

Doch der Innere Kritiker ist nicht unbesiegbar. Es ist möglich, seine Stimme zu zähmen und unser Selbstwertgefühl zu stärken. Hier sind einige Tipps, wie Sie den Inneren Kritiker überwinden können:

  1. Erkennen Sie den Ursprung des Kritikers Der Innere Kritiker basiert oft auf den Wertvorstellungen anderer Menschen, nicht auf Ihren eigenen. Erinnern Sie sich daran, dass Sie nicht immer allen gefallen müssen.
  2. Trennen Sie Gedanken von Realität Die negativen Gedanken des Inneren Kritikers sind oft übertrieben und ungenau. Ändern Sie die Formulierung von absoluten Aussagen zu offeneren Interpretationen.
  3. Widerlegen Sie den Inneren Kritiker Hinterfragen Sie die Vorwürfe des Inneren Kritikers kritisch. Gibt es Beweise dafür, dass Sie tatsächlich nicht gut genug sind? Widersprechen Sie den negativen Gedanken mit positiven Gegenargumenten.

 

Indem Sie den Inneren Kritiker herausfordern und widerlegen, können Sie Ihr Selbstwertgefühl stärken und sich von den Fesseln der Selbstkritik befreien. Es braucht Zeit und Übung, aber es ist möglich, die negative Stimme in unserem Kopf zum Schweigen zu bringen und ein Leben voller Selbstvertrauen und Selbstliebe zu führen.

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